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Information der Pfarrgemeinde


Liebe Schwaneyer!

Die Angelegenheit „Glockenläuten um 6.00 Uhr" - „nichtsakrales Schlagen der Kirchturmuhr in der Nacht" hat in Schwaney in den vergangenen Wochen für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt. Es wurde heftig diskutiert in den Gremien -sprich Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand - und an vielen anderen Orten der Gemeinde. Die Gremien - Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand - haben sich mehrheitlich für die Beibehaltung des Ist-Zustandes ausgesprochen. Jedoch es geht letztlich nicht um das Für und Wider, wir bewegen uns in dieser ganzen Angelegenheit nicht in einem rechtsfreien Raum, d. h. wir haben die gesetzlichen Bestimmungen und die Rechtsprechung in unserem Land in den Blick zu nehmen.
Die deutschen Bischöfe haben bereits 1963 dringend empfohlen, im Hinblick auf die veränderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen die Kirchenglocken nicht vor 7.00 Uhr und nicht nach 20.00 Uhr läuten zu lassen, sofern nicht ein besonderer Anlass eine Ausnahme rechtfertigt z.B. das Läuten der Glocken in der Weihnachts-, Neujahrs- und Osternacht.
So läuten die Kirchenglocken bundesweit - landauf - landab um 7.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 18.00 bzw. 19.00 Uhr. Ich habe mich in der Angelegenheit „Glockengeläut um 6.00 Uhr" „nichtsakrales Schlagen der Kirchturmuhr" in der Nacht" an das Rechtsamt der Erzdiözese Paderborn gewandt und folgendes Antwortschreiben (datiert: 07.03.2007) bekommen, das ich Ihnen hiermit zur Kenntnisnahme geben möchte. Ich zitiere:

„Es gibt keine gesetzlich festgelegten Zeiten für das Läuten von Kirchenglocken. Aus Gründen der Rücksichtsnahme sind jedoch gemäß der Empfehlung im Kirchlichen Amtsblatt von 1963 Nr.230 die veränderten Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu berücksichtigen, die das Läuten von Kirchenglocken vor 7.00 Uhr als unzeitig und somit als störende Geräuschimmission empfinden lassen. Zur Wiederherstellung des Rechtsfriedens in der Kirchengemeinde wird entsprechend dieser Veröffentlichung empfohlen, sowohl das Angelusgeläut als auch dass Zeitschlagen der Kirchturmuhr nicht vor 7.00 Uhr beginnen zu lassen. Gerade hinsichtlich des nichtsakralen Schlagens von Kirchturmuhren, wie es beim Zeitschlagen der Fall ist, gelten nächtliche Einzelgeräusche von mehr als 60 dB (A), grundsätzlich als immissionsschutzrechtlich nicht hinnehmbar. Inwieweit dies im vorliegenden Fall zutrifft, lässt sich nur durch ein Sachverständigengutachten ermitteln. Zur Vermeidung derartiger Kosten und der damit verbundenen Auseinandersetzungen über die Kostentragungspflicht sollte gerade unter Bezugnahme auf die Empfehlung der Rücksichtnahme gemäß der KA-Veröffentlichung aus dem Jahr 1963 in der Zeit von 22.00 bis 7.00 Uhr verzichtet werden. Es wird ferner darauf hingewiesen, dass trotz der jahrelangen Ausübung kein Rechtsanspruch auf Fortsetzung der bisherigen Praxis besteht. Die Entscheidungskompetenz betreffend die Frage, zu welchen Zeiten geläutet wird, obliegt allein dem mit der Leitung der Kirchengemeinde beauftragten Geistlichen. .. Sowohl das Angelusgeläut als auch das Zeitschlagen der Kirchturmuhr gehören ... nicht zu dem Bereich der Vermögungsverwaltung, sondern zum Bereich der Seelsorge. Es obliegt daher allein der Seelsorgeentscheidung des mit der Leitung beauftragten Pfarrers, zu welchen Zeiten und mit welcher Dauer die Glocken geläutet werden. Gez. Gretza, Justitiar."
 
Aufgrund dieses Schreibens sehe ich mich verpflichtet, nach Ostern das Glockengeläut von 6.00 auf 7.00 Uhr zu verlegen und das Zeitsignal in der Nacht auszusetzen.
An dieser Stelle möchten wir Hauptamtlichen die Gelegenheit nutzen, um folgendes klarzustellen:

1. Es handelt sich nicht um eine einzelne Person, die sich über das Glockengeläut und das Zeitsignal in der Nacht beschwert. - Bereits unter Pastor van Zonnefeld gab es bereits eine Reihe von Beschwerden bzgl. des Glockenläutens und des Stundenschlags in der Nacht.

2. In Schwaney legt man großen Wert auf ein gutes, harmonisches Miteinander von Einheimischen und Neuzugezogenen. So ist der Pfarrgemeinderat bemüht, auf neuzugezogene Gemeindemitglieder zuzugehen und sie persönlich in unserer Kirchengemeinde willkommen zu heißen.


3. Vielen, ist heute die Bedeutung, der Hintergrund des Läutens am Morgen, am Mittag und am Abend nicht mehr bekannt. Es handelt es sich nicht bloß um eine Zeitansage, sondern um die Einladung, die Aufforderung zum Gebet, genauer gesagt zum „Engel des Herrn". Dieses Gebet gehört zu den Grundgebeten unseres Glaubens. Wir gedenken der übergroßen Liebestat Gottes, der Menschwerdung Jesu und der Erwählung, der Berufung Mariens. Wir bitten um Gottes Gnade und um das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.

4. Uns Hauptamtlichen ist bewusst, dass die Änderung der Läuteordnung und die Aussetzung des Zeitsignals bei einigen Schwaneyern „bitter aufstößt". Dennoch bitten wir um Verständnis für die getroffene Entscheidung. Es geht letztlich nicht um die Abschaffung des liturgischen Läutens, sondern um eine zeitliche Verschiebung um eine Stunde, nämlich von 6.00 auf 7.00 Uhr, um den veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen Rechnung zu tragen. Was das Aussetzen des Zeitsignals in der Nacht angeht, so geht es hier um das berechtigte und schützenswerte Bedürfnis nach Nachtruhe.

25.03.2007

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